Anno … 6. Woche
1936, 2. Februar: In Paris findet eine Konferenz mit über 100 Vertretern der deutschen Arbeiterparteien, bürgerlichen Antifaschisten und Intellektuellen statt. Trotz heftiger Auseinandersetzungen in der Diskussion ist die Konferenz ein wichtiger Schritt zur Sammlung der Gegner des Faschismus. Als erstes Ergebnis der Annäherung wird ein gemeinsamer Aufruf veröffentlicht, in dem die Wiederherstellung der elementaren Menschenrechte als vordringlichste Aufgabe im Kampf gegen die Nazibarbarei benannt wird.
1966, 5. Februar: Der oppositionelle Politiker Sheikh Mujibur Rahman präsentiert Mitstreitern in Lahore sein Sechs-Punkt-Programm für mehr Autonomie Ostpakistans, das eine gemeinsame Konferenz am Folgetag zunächst ablehnt. Das Programm fordert ein »föderales Pakistan«, für dessen Osten ferner eigene Währung, Steuerpolitik sowie Streitkräfte. Es wird zum Ankerpunkt der Sechs-Punkte-Bewegung, die mit Massenaufständen maßgeblich zur Unabhängigkeit Bangladeschs 1971 beiträgt, dessen erster Präsident Rahman wird und bis zu einem Coup 1975 bleibt.
1976, 6. Februar: Carl Kotchian, Präsident der Lockheed Corporation, einem Vorgänger des heute weltweit größten Rüstungskonzerns Lockheed Martin, gesteht bei einer Anhörung vor dem Ausschuss für multinationale Unternehmen des US-Senats, mit rund zwei Millionen US-Dollar in Japan und mit einer weiteren Million in den Niederlanden Politiker geschmiert zu haben. Prominente Geschmierte wie der japanische Premierminister Tanaka Kakuei und der Prinz der Niederlande, Bernhard zur Lippe-Biesterfeld, müssen sich zwar aus der Politik zurückziehen, werden aber nie verurteilt.
1986, 6. Februar: Nach 15 Jahren Präsidentschaft wird Jean-Claude Duvalier (»Baby Doc«), Sohn und Nachfolger des von den USA gestützten haitianischen Diktators François Duvalier (»Papa Doc«), durch Massenproteste gestürzt und flüchtet mit reichlich haitianischen Reichtümern ins Exil nach Frankreich.
2016, 5. Februar: Als der neuseeländische Wirtschaftsminister Steven Joyce am Vortag des dortigen Nationalfeiertags Reportern ein Interview gibt, wirft die Krankenpflegerin Josie Butler aus Protest gegen die Transpazifische Partnerschaft ein Gummispielzeug für Hunde nach ihm, das einem Dildo zum Verwechseln ähnlich sieht. Trotz »Dildogate« und der Proteste etwa gegen die seitens Lobbyisten ausgehandelte Entrechtung der indigenen Maori unterzeichnet die Regierung wenig später das Handelsabkommen, das heute unter anderem Kanada, Japan, Peru und Vietnam umfasst.
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