Da fliegt dir der Ski weg
Von Gabriel Kuhn
Es gibt Menschen, die interessieren sich nicht für Sport. Gut. Doch es gibt bewährte Hilfsmittel, um wenigstens ein bisschen Interesse zu wecken. Das Skifliegen gehört dazu. Der Faszination, einen Menschen auf einem Paar Ski mehrere Sekunden lang in der Luft schweben zu sehen, kann sich kaum jemand entziehen.
Damit eine Sprungschanze zu einer Skiflugschanze wird, muss sie eine »Hillsize« von mindestens 185 Metern aufweisen, soll heißen: Es muss weiter gesprungen werden können, ohne im Flachen zu landen und seine Gesundheit zu riskieren. Der offizielle Weltrekord liegt bei 254,5 Metern, aufgestellt vom Slowenen Domen Prevc auf seiner Heimschanze in Planica. Der Japaner Ryoyu Kobayashi sprang schon 291 Meter weit, das allerdings ohne Konkurrenz, auf einer von Sponsoren gebauten Spezialschanze auf Island.
Es gibt momentan vier funktionstüchtige Skiflugschanzen weltweit: in Planica, am Kulm in Österreich, in Vikersund in Norwegen und im deutschen Skisprungmekka Oberstdorf. In Oberstdorf fand am vorigen Wochenende die diesjährige Skiflug-Weltmeisterschaft statt. Die WM wird zweijährlich ausgetragen, die Austragungsstätten wechseln. Der Einzelwettbewerb zieht sich über zwei Tage, insgesamt werden vier Sprünge absolviert. Am Abschlusstag folgt der Teamwettbewerb. Frauen dürfen 2028 in Planica möglicherweise erstmals teilnehmen, doch der Internationale Skiverband FIS ziert sich. Man will im kommenden Jahr darüber entscheiden.
In Oberstdorf krönte sich Domen Prevc zum diesjährigen Weltmeister. Der 26jährige dominiert damit weiterhin die Saison. In einem Durchgang landete er auf Platz zwei, sonst war sein Sprung immer der beste. Höchstweite: 232 Meter. Silber holte sich der Norweger Marius Lindvik, dessen Saison bis zur WM enttäuschend verlief, Bronze der japanische Emporkömmling Ren Nikaido. Wenig berauschend lief es für die Springer des Deutschen Skiverbandes. Philipp Raimund (SC Oberstdorf) belegte als Bester Platz 13, Karl Geiger (SC Oberstdorf) gelang nach einer bisher miserablen Saison mit Rang 17 ein kleines Ausrufezeichen. Felix Hoffmann (SWV Goldlauter) wurde 22., Pius Paschke (WSV Kiefersfelden) 25.
Beim Teamspringen am Sonntag belegte das deutsche Team Rang vier. Es gewann Japan vor Österreich und Norwegen. Slowenien belegte wegen eines Kuriosums nur Rang sechs. Ein abgelegter Ski machte sich selbständig, ausgerechnet von Prevc, und sauste einsam über die Schanze. Da Ersatzski nicht erlaubt sind, beendeten die Slowenen den Wettbewerb mit einem Sprung weniger auf dem Konto.
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