Guatemala: Zwei Flugzeuge mit Abgeschobenen gelandet

Guatemala-Stadt. In Guatemala sind am Freitag zwei Flugzeuge mit dutzenden aus den USA abgeschobenen Menschen angekommen. Wie die guatemaltekische Migrationsbehörde mitteilte, waren an Bord der ersten, gegen Mitternacht gelandeten Maschine insgesamt 79 Staatsbürger des Landes, zum zweiten Flug machte sie zunächst keine genaueren Angaben. Ein Mitarbeiter im Büro des Vizepräsidenten von Guatemala erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die Flüge seien nach der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump ausgeführt worden. Das Weiße Hause hatte am Donnerstag abend (Ortszeit) erklärt, »538 kriminelle illegale Migranten« festgenommen und mit Militärflugzeugen abgeschoben zu haben - und vom »größten massiven Abschiebungseinsatz der Geschichte« gesprochen.
Ob es sich bei den in Guatemala gelandeten Maschinen um einen der von Washington erwähnten Flüge handelte, bestätigte die Regierung zunächst nicht. Aus Kreisen des US-Verteidigungsministeriums verlautete gegenüber AFP, über Nacht hätten zwei Flugzeuge des Pentagon Abschiebeflüge nach Guatemala ausgeführt. Die von Trumps Regierung genannten Zahlen zu Festnahmen und Abschiebungen bedeuten unterdessen noch nicht unbedingt eine Steigerung gegenüber der Praxis der vorherigen Jahre. So hatte die US-Grenzschutzbehörde ICE unter Trumps Vorgänger Biden im Ende September zu Ende gegangenen Haushaltsjahr 2024 nach eigenen Angaben 113.431 Menschen festgenommen - das waren im Schnitt 311 pro Tag. Im selben Zeitraum schob die ICE 271.484 Menschen ab, die höchste Zahl seit zehn Jahren. Im Schnitt waren dies 744 Abgeschobene pro Tag. (AFP/jW)
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