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Der »Doomsday«-Gletscher schmilzt

Boulder. Der Thwaites-Gletscher in der Westantarktis wird von Glaziologen als »Doomsday Glacier« bezeichnet: Bricht er zusammen, könnten die Meeresspiegel im schlimmsten Fall um bis zu 3,3 Meter steigen. Der Gletscher blockiert das Eisschild der Region. Ginge er verloren, strömten enorme Eismassen Richtung Meer und zerfielen dort. Wissenschaftler von der University of Colorado in Boulder haben den Gletscher sechs Jahre lang beobachtet und ihre Ergebnisse am vergangenen Freitag vorgestellt. Demnach dringt schon jetzt warmes Meerwasser kilometerweit unter dem Eis vor und schmilzt es schneller ab als gedacht. Erreicht das warme Wasser das Becken mit der Haupteismasse des Gletschers, die jenseits des Festlandes liegt, könnte der Gletscher in einem sich selbst beschleunigenden Prozess zu zerfallen beginnen. Dieser Prozess ist aus Sicht der Arbeitsgruppe nicht mehr aufzuhalten: Gleich unter welchem Klimawandelszenario, der Effekt wird eintreten und der Gletscher meerseitig zerfallen, was die landseitig liegenden Eismassen verstärkt in Bewegung versetzen wird. Die Ergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass der Thwaites-Gletscher bis zum 23. Jahrhundert verloren gehen könnte. Doch schon heute verantwortet das stete Abschmelzen der bis zu 120 Kilometer breiten Eiszunge allein acht Prozent des jährlichen Meeresspiegelanstiegs. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.09.2024, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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