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KZ-Gedenkstätte in Namibia bedroht

Lüderitz. In Namibia fürchten Nachfahren der Opfer des Völkermords durch die deutsche Kolonialmacht (1904–1908), dass die KZ-Gedenkstätte bei Lüderitz durch ein Wasserstoffprojekt unwiderruflich beschädigt wird. Die Hafenbehörde Namport wolle die existierende Hafenbucht durch eine 700 Meter lange Landzunge erweitern, die im Osten direkt an Shark Island angrenzt, wo einst das erste von Deutschen errichtete Konzentrationslager stand, wie die Nachrichtenagentur dpa am Freitag berichtete. Auf der Westseite der Halbinsel soll ein Tiefseehafen entstehen, dessen Wendekreis nur etwa einen Kilometer vor Shark Island endet. Vor wenigen Wochen veröffentlichte Forschungsergebnisse legen laut dpa nahe, dass Überreste der KZ-Opfer nicht nur in unmarkierten Massengräbern auf der Halbinsel, sondern auch auf dem Meeresboden um die Insel liegen könnten. Die Recherchen legen nahe, dass mindestens eine Begräbnisstätte ehemaliger Gefangener »mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Infrastrukturpfad liegt, der letztendlich dem Grüner-Wasserstoff-Projekt dienen wird«, schreiben die Forschenden. Die Bundesregierung beabsichtigt, das Zehn-Milliarden-US-Dollar-Projekt als »strategisches Auslandsprojekt« einzustufen und hofft, große Mengen von in Ammoniak gebundenem Wasserstoff zu importieren. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.09.2024, Seite 15, Antifaschismus

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