Kiew: Ehemaliger russischer Abgeordneter durch Drohnenangriff verletzt

Kiew. Der in der Ukraine lebende ehemalige russische Parlamentsabgeordnete Ilja Ponomarjow ist laut eigenen Angaben bei einem Drohnenangriff in der Nähe von Kiew verletzt worden. Der 48jährige veröffentlichte am Donnerstag Fotos mit seinem blutverschmierten Gesicht. Die Detonation »schlug mit voller Wucht direkt vor der Hausschwelle ein und die Splitter trafen mich«, schrieb er im Online-Dienst Facebook. Er habe schwer geblutet und sei sofort ins Krankenhaus gefahren.
Der Angriff ereignete sich demnach nachts nachdem das Signal für das Ende des Bombenalarms ertönt war. Die ukrainische Luftabwehr habe er nicht gehört, fügte Ponomarjow hinzu. Auf weiteren von ihm veröffentlichten Bildern waren Teile einer Drohne vom Typ Shahed zu sehen sowie zerfetzte Bäume und ein Bombenkrater, so AFP. Ponomarjow machte Russland für den Angriff verantwortlich.
Ponomarjow war zunächst ins US-Exil gegangen, nachdem er 2014 als einziger russischer Abgeordneter gegen die Annexion der Halbinsel Krim gestimmt hatte. 2016 wurde er aus der Duma ausgeschlossen. Zudem wurde ihm Veruntreuung vorgeworfen. Ponomarjow lebt seit Jahren in der Ukraine und besitzt die ukrainische Staatsbürgerschaft. Bis vor Kurzem war er der politische Anführer der Miliz Freiheit Russlands, die in Russland bewaffnete Angriffe verübt hat und von Moskau als Terrorgruppe eingestuft wurde. Am vergangenen Mittwoch hatte die Gruppe erklärt, dass sie nicht mehr mit Ponomarjow zusammenarbeite. (AFP/jW)
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