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Regenwürmer gut für Welternährung

Fort Collins. Das Vorkommen von Regenwürmern hat großen Einfluss auf den globalen Anbau von Nahrungsmitteln. Das fand ein Team von Wissenschaftlern um Steven J. Fonte von der Colorado State University heraus. Etwa 6,5 Prozent der weltweiten Getreideernte und 2,3 Prozent der Hülsenfrüchte verdankt die Menschheit den kleinen Tieren. Das entspricht einem jährlichen Ertrag von 140 Millionen Tonnen Nahrung. Regenwürmer bewegen sich in Gängen unter der Erde. Dadurch reichern sie den Boden mit Luft an, so dass aerobe Bakterien Sauerstoff erhalten und abgestorbene Pflanzenstoffe besser zersetzen können. Der schnellere Abbau organischer Stoffe in porösem Erdreich erhöht die Bodenqualität auch in Hinblick auf die Landwirtschaft, weil lebendige Pflanzen dadurch Nährstoffe besser erhalten können. Fontes Team hat globale Daten zur Häufigkeit von Regenwürmern, Eigenschaften des Bodens, dem Einsatz von Düngemitteln und Ernteerträgen in Beziehung gesetzt, auf Grundlage von vier Getreidesorten (Reis, Mais, Weizen, Gerste) und einer Reihe von Hülsenfrüchten (Sojabohnen, Erbsen u. a.). Der Studie zufolge haben Regenwürmer auf die Getreideproduktion des globalen Südens den größten Einfluss, weil dort weniger Kunstdünger eingesetzt wird. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.11.2023, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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  • Emmo Frey aus Dachau 22. Nov. 2023 um 12:08 Uhr
    Ja, wenn wir die fast sprichwörtlichen amerikanischen, australischen oder neuseeländischen Wissenschaftler nicht hätten, wir wüssten nicht mal etwas über Regenwürmer! Von Charles Darwin und seinem hervorragenden Büchlein über »Die Bildung der Ackererde durch die Thätigkeit der Würmer«, als Nachdruck 1983 im März-Verlag erschienen, wissen die Herrschaften in den USA offenbar nichts, sie mögen den Darwin eh nicht so, war ja kein Kreationist, sondern beschrieb die Evolution, teuflisch! Daneben beschäftigte er sich fast sein ganzes Leben lang auch mit Würmern, sezierte sie, beschrieb ihre Lebensweise und auch ihre Funktion beim Eingraben alter Bauten, z. B. Stonehenge.
    Hier haben wir wieder ein schönes Beispiel für »wissenschaftliche« Zahlenhuberei: 2,3 Prozent der Hülsenfrüchte auf dieser Erde verdanken wir den Würmern, nicht vielleicht 2,2 oder 2,5 Prozent? Wie misst man sowas? Was meint denn Helmut Höge dazu? Der kennt sich auch aus mit Würmern, schrieb mal eine nette Glosse dazu. Selbst Wiglaf Droste erwähnte Darwins Regenwürmer in seiner letzten sehr schönen Geschichte über das Wohl der Tiere und den Bauern Jochen. Sollte man mal wieder lesen.
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