-
20.07.2022, 18:48:54
- → Ausland
Genua vor 21 Jahren: Gedenken an Carlo Giuliani
Genua. 21 Jahre nach der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua gedachte die italienische Stadt des damals ermordeten Carlo Giuliani. Am Mittwochnachmittag fand die traditionelle Kundgebung auf der Piazza Alimonda statt, in Erinnerung an den vom Carabinieri Marco Placanica getöteten 23jährigen. Die Eltern Giulianis, die Förderer des Komitees, das seinen Namen trägt sowie verschiedene Verbände und politische Kräfte hatten dazu aufgerufen, wie das Nachrichtenportal Genova24.it berichtete.
Damals trafen sich die Vertreter der G8-Staaten auf Einladung Silvio Berlusconis, der die Stadt in eine Hochsicherheitszone verwandelt hatte. Etwa 300.000 Menschen ließen sich nicht vom martialischen Aufmarsch seiner Polizeitruppen beeindrucken und demonstrierten für eine gerechtere Welt. Das brutale Vorgehen gipfelte im Mord an Giuliani, der am 20. Juli auf der Piazza Alimonda von einem Polizisten aus einem Geländewagen der Carabinieri heraus erschossen und anschließend zweimal überfahren wurde.
Die Bilanz dieser Tage: ein Toter, 560 Verletzte, 360 Festnahmen und Inhaftierungen, 25 Millionen Euro Schadenersatz, Anklagen gegen 62 Demonstranten und 85 Polizisten, von denen keiner auch nur einen einzigen Tag im Gefängnis saß. (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!