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12.07.2022, 19:13:00 / Ausland

PT-Funktionär in Brasilien getötet: Lula mahnt zur Ruhe

Der Sarg des getöteten PT-Funktionärs auf dem Friedhof Jardim Sa
Der Sarg des getöteten PT-Funktionärs auf dem Friedhof Jardim Sao Paulo in Foz do Iguacu am Montag (Ortszeit)

Foz do Iguaçu. Eine tödliche Auseinandersetzung zwischen einem Anhänger des rechten Staatschefs Jair Bolsonaro und einem Funktionär der linken Arbeiterpartei PT verschärft die politischen Spannungen in Brasilien. Sowohl Bolsonaro als auch Expräsident Luiz Inácio Lula da Silva, sein aussichtsreichster Herausforderer bei der Wahl im Oktober, riefen am Montag (Ortszeit) angesichts der Todesschüsse zum Gewaltverzicht auf.

Der Vorfall ereignete sich bei einer Party zum 50. Geburtstag des Schatzmeisters der Arbeiterpartei in Foz do Iguaçu im Bundesstaat Paraná. Die Feier nahm ein jähes Ende, als der spätere Todesschütze in seinem Wagen vorfuhr, in dem nach Polizeiangaben Musik mit Bezug zu Bolsonaro lief. Der Gastgeber habe den ungebetenen Besucher daraufhin aufgefordert zu gehen, was dieser zunächst auch getan habe.

Dann aber ergab sich ein Wortwechsel, in dessen Folge der Mann laut Polizei das Feuer auf den PT-Funktionär eröffnete. Dieser sei getroffen worden, habe aber noch zurückgeschossen, bevor er seinen Verletzungen erlag. Der Bolsonaro-Anhänger, ein Gefängniswärter, wurde ebenfalls verletzt und später in Untersuchungshaft genommen. Das Sekretariat für öffentliche Sicherheit und die Polizei des Bundesstaates Paraná teilten am Dienstag mit, acht Personen angehört zu haben. Man arbeite mit Hochdruck und hoffe, dass die Untersuchung bis zum kommenden Dienstag abgeschlossen sei.

Lula richtete nach dem Vorfall einen Appell zur Besonnenheit an seine Landsleute: »Das brasilianische Volk ist ein Volk des Friedens. Und wir müssen die Normalität in unserem Land wiederherstellen«, schrieb er auf Twitter. Bolsonaro twitterte: »Wir lehnen jede Art von Unterstützung derjenigen ab, die Gewalt gegen Gegner ausüben.« In Brasilien steht im Oktober die Präsidentenwahl an. Lula liegt in den Umfragen deutlich vor Amtsinhaber Bolsonaro. (dpa/jW)

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