London verschärft Vorgehen gegen Asylsuchende
London. Großbritannien will gegen Geflüchtete in Zukunft seine Marine im Ärmelkanal einsetzen. »Ab heute wird die Royal Navy das Kommando über den Ärmelkanal vom Grenzschutz übernehmen«, sagte der britische Regierungschef Boris Johnson am Donnerstag bei einer Rede. Ziel sei es, dass es »kein Boot unentdeckt ins Vereinigte Königreich schafft«. Johnson kündigte zusätzliche Mittel für Boote, Flugzeuge und Überwachungsausrüstung an, um im Ärmelkanal zu patrouillieren und »Schleuser« festzunehmen. »Dies wird eine klare Botschaft an die Schleuser senden. Wer im Ärmelkanal das Leben anderer Menschen riskiert, riskiert, sein eigenes Leben im Gefängnis zu verbringen.«
Ebenfalls kündigte er an, dass Großbritannien künftig Schutzsuchende nach Ruanda abschieben wird. Zuvor hatte sich bereits die Regierung in Kigali zu dem Abkommen geäußert. Demnach soll das ostafrikanische Land Geflüchtete aus Großbritannien aufnehmen, wo sie auf ihre Asylentscheidung warten sollen. Menschen rund 6.500 Kilometer weit weg nach Ostafrika zu schicken, »wird sie kaum davon abhalten, ins Land zu kommen, sondern nur zu mehr menschlichem Leid und Chaos führen«, sagte Enver Solomon vom Flüchtlingsrat Refugee Council. Er schätzt die dadurch enstehenden Kosten auf 1,4 Milliarden Pfund (1,7 Mrd Euro) pro Jahr. (dpa/AFP/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Ausland
-
Biden schickt mehr Waffen
vom 15.04.2022
