Lager von Asylsuchenden in Calais gewaltsam geräumt
Lille. Bei der gewaltsamen Räumung eines provisorischen Lagers für Asylsuchende im französischen Calais hat es mindestens 18 Verletzte gegeben. Rund fünfzehn Beamte seien verletzt worden, erklärte die Präfektur der Region Pas-de-Calais am Donnerstag. Flüchtlingshelfer sprachen ihrerseits von mindestens drei Geflüchteten, die zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Die Einsatzkräfte hätten bei der Räumungsaktion »etwa 100 Migranten gegenübergestanden, die eine sehr große Aggressivität an den Tag legten und sich weigerten, den Ort zu verlassen«, erklärte die Präfektur. »Die Ordnungskräfte wurden mit zahlreichen Gegenständen beworfen.«
Ein Vertreter des Netzwerks Human Rights Observers (HRO) sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Menschen bei Zwangsräumungen »normalerweise« ihre Habseligkeiten mitnehmen dürfen. Doch am Donnerstag morgen hätten die Einsatzkräfte angeordnet, »alles zu beschlagnahmen«. Daraufhin hätten die Asylsuchenden auch Steine geworfen, die Polizisten gingen mit Tränengas und Hartgummigeschossen gegen die Protestierenden vor.
Im Norden Frankreichs harren seit Jahren zahlreiche Flüchtlinge in improvisierten Lagern aus, die von dort den Ärmelkanal überqueren und nach Großbritannien gelangen wollen. Die französischen Behörden lösen diese Lager immer wieder gewaltsam auf. (AFP/jW)
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