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Schulabschlüsse: Britische Regierung lenkt ein

Foto: Stefan Rousseau/Pool via AP
Die Noten vergibt der Computer: Gavin Williamson vor einer Kabinettssitzung (London, 21.7.2020)

London. Die britische Regierung ist im heftigen Streit um Schulabschlüsse während der Coronakrise in England umgeschwenkt. Die Abschlussnoten werden nun doch vor allem auf Einschätzungen von Lehrern basieren. Das Ergebnis einer umstrittenen Software soll nur dann zum Zuge kommen, wenn es besser ist als die Meinung der Lehrer.

Zuvor waren Premierminister Boris Johnson und Bildungsminister Gavin Williamson stark unter Druck geraten, weil die per Software generierte Notenvergabe ohnehin schon benachteiligte Schüler noch schlechter stellte. Williamson entschuldigte sich am Montag für das Chaos. Die Opposition hatte zuvor von einem »Fiasko« gesprochen. Etliche Schüler fürchteten um ihre Studienplätze. Da wegen der Pandemie weder Prüfungen zum A-Level (Abitur) noch zum GCSE (mittlere Reife) stattfinden konnten, hatte das Kultusministerium die Notenvergabe dem Computerprogramm überlassen. Ziel war es, die tendenziell »zu positiven« Einschätzungen der Lehrer auf ein Durchschnittsniveau der vergangenen Jahre zu drücken. Das geschah durch einen Algorithmus, bei dem teilweise Schüler bis um drei Notenpunkte schlechter wegkamen, als ihre Lehrer empfohlen hatten. Grundlage war neben der individuellen Einschätzung der Schülerleistung auch der Durchschnitt der Prüfungen an der betreffenden Schule aus früheren Jahren. (dpa/jW)

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Erschienen am 18.08.2020, Ausland

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