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22.07.2020, 19:03:06 / Kapital & Arbeit

Bericht: Daimler will sogar 30.000 Stellen streichen

Wie weggeblasen: Alleine bei der Daimler Truck AG sollen fast 17
Wie weggeblasen: Alleine bei der Daimler Truck AG sollen fast 17.000 Mitarbeiter aufhören (Benz-Lastwagen im Windkanal)

Frankfurt am Main. Die Personalabbaupläne bei Daimler sind nach einem Bericht des Manager Magazins noch umfangreicher als bisher bekannt. Weltweit könnten inklusive nicht neu besetzter Stellen rund 30.000 Arbeitsplätze wegfallen, berichtete das Magazin online am Mittwoch mit Verweis auf Unternehmensquellen. Daimler-Chef Ola Källenius wolle die Gewinnschwelle um zehn bis 15 Prozent drücken und die Kosten entsprechend senken. Auch Werksschließungen lasse er durchrechnen. Källenius werde seinen Plan Ende Juli dem Aufsichtsrat vorstellen.

Zuletzt hieß es in Konzernkreisen, rund 20.000 der insgesamt knapp 300.000 Beschäftigten sollten in den kommenden Jahren das Unternehmen verlassen. Ein Daimler-Sprecher erklärte, zu Spekulationen werde sich der Konzern nicht äußern.

Wie das Magazin weiter berichtet, sollen allein bei der Nutzfahrzeugtochter Daimler Truck AG fast 17.000 Mitarbeiter außerhalb der Produktion Abfindungs- und Altersteilzeitangebote erhalten. Infrage stünden das gemeinsam mit Nissan betriebene Pkw-Werk in Aguascalientes in Mexiko, Fabriken in Brasilien, die Van-Fertigung im ostdeutschen Ludwigsfelde, die Komponentenherstellung in Berlin und Hamburg und das neue Motorenwerk im polnischen Jawor.

Daimler hatte angekündigt, Milliarden einzusparen und Personal zu reduzieren. Zuletzt hatte sich der Streit zwischen Management und Betriebsrat verschärft. Personalchef Wilfried Porth stellte den 2017 geschlossenen Pakt zum Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 infrage. Betriebsratschef Michael Brecht lehnte Gehaltseinbußen ab und erklärte, allenfalls eine Arbeitszeitverkürzung mit teilweisem Lohnausgleich komme infrage.

Der Autobauer gab vergangene Woche bereits bekannt, im zweiten Quartal sei vor allem wegen des Geschäftseinbruchs in der Coronapandemie ein Betriebsverlust von 1,68 Milliarden Euro angefallen. Detaillierte Zahlen legt der Dax-Konzern am Donnerstag vor. (Reuters/jW)

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