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Deutsche Behörde widerspricht Festsetzung von »Alan Kurdi«

Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa
Seenotrettung verhindert: Italienische Behörden sollen »Unregelmäßigkeiten« bei der »Alan Kurdi« festgestellt haben (29.6.2019

Berlin. Eine deutsche Fachbehörde sieht keine erheblichen Sicherheitsmängel beim in Italien festgesetzten Seenotrettungsschiff »Alan Kurdi«. Die italienische Küstenwache hatte das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye am Dienstag abend im Hafen von Palermo festgesetzt. Grund waren nach einem Bericht der Agentur Ansa »mehrere Unregelmäßigkeiten«. Sea-Eye erklärte, die Festsetzung sei »reine Schikane, um die zivile Seenotrettung stückweise zum Erliegen zu bringen«.

»Die deutsche Flaggenstaatsverwaltung hat dem Schiff ›Alan Kurdi‹ nach Vorliegen aller Voraussetzungen die für den Betrieb des Schiffes erforderlichen Zeugnisse ausgestellt«, hieß es am Donnerstag aus dem Bundesverkehrsministerium in Berlin. »Die von den italienischen Behörden festgestellten Unregelmäßigkeiten betreffen aus Sicht der deutschen Flaggenstaatsverwaltung keine gravierenden Sicherheitsmängel.«

Nach der »Alan Kurdi« ist auch ein spanisches Schiff in Italien festgesetzt worden. Die italienische Küstenwache legte die »Aita Mari« wegen »Normenverletzung« an die Kette. Bei einer Überprüfung seien »technische und normative Irregularitäten« festgestellt worden, teilte die Küstenwache am späten Mittwoch abend mit. Das spanische Schiff hatte wie die »Alan Kurdi« zuletzt Dutzende Migranten vor Libyen gerettet.

Derweil wartet das Containerschiff »MV Marina« der deutschen Reederei Klingenberg vor der italienischen Insel Lampedusa weiter auf die Zuweisung eines Hafens. Am Wochenende hatte das Schiff auf Anweisung Maltas 79 Bootsflüchtlinge aufgenommen. Bereits am Mittwoch nachmittag warnte Reederei-Inhaber Thies Klingenberg gegenüber dpa vor einer Eskalation der Situation. Es sei zu aggressivem Verhalten gekommen, die Menschen müssten auf Deck auf blankem Stahl schlafen.

Malta und Italien hatten ihre Häfen in der Coronakrise als »nicht sicher« deklariert und für die Seenotrettung geschlossen. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen am 08.05.2020, Inland

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