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ILO: 1,6 Milliarden Arbeitern droht Verlust der Lebensgrundlage

Foto: Mufty Munir/epa/dpa
Tagelöhner in Bangladesch warten auf Arbeit (18.12.2003)

Genf. Rund 1,6 Milliarden Arbeiterinnen und Arbeitern in der Schattenwirtschaft droht nach UN-Angaben wegen der Coronapandemie der Verlust ihrer Existenzgrundlage. Bereits im ersten Monat der Krise dürften die Löhne von insgesamt zwei Milliarden Menschen, die einer ungeregelten Arbeit ohne Sozial- und Krankenversicherung nachgingen, im Schnitt um etwa 60 Prozent eingebrochen sein, erklärte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Mittwoch. »Kein Einkommen bedeutet kein Essen, keine Sicherheit und keine Zukunft.«

Die Lage sei inzwischen schlimmer als noch vor drei Wochen angenommen, erklärte die ILO. So gehe man jetzt davon aus, dass die Zahl der weltweit geleisteten Arbeitsstunden im zweiten Quartal um 10,5 Prozent unter der des letzten Quartals liegen werde. Das entspreche etwa 305 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen. Grund seien die anhaltende Beschränkungen des öffentlichen Lebens sowie Büro- und Werksschließungen. Anfang Mai hatte die ILO den Rückgang noch auf 6,7 Prozent geschätzt. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem die USA, Europa und Zentralasien. Insgesamt geht die UN-Behörde von weltweit etwa 3,3 Milliarden Arbeitskräften quer durch alle Arten der Beschäftigungsverhältnisse aus. Die ILO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. (Reuters/jW)

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Erschienen am 30.04.2020, Kapital & Arbeit

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