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Migranten kapern Handelsschiff im Mittelmeer

Foto: Olmo Calvo/AP/dpa
Ähnliches Schicksal: Vor Libyens Küste gerettete Migranten die weder in Italien noch Malta anlegen durften (6.7.2018)

Rom. Gerettete Migranten haben italienischen und maltesischen Angaben zufolge vor Libyen ein Handelsschiff unter ihre Kontrolle gebracht und steuern es in Richtung Norden. Die maltesischen Behörden seien am Mittwoch über ein »auf See überfallenes Schiff« informiert worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presseagentur. Der Kapitän habe einen Alarm abgesetzt. Das Handelsschiff »Elhiblu«, das 108 Migranten aus Seenot gerettet hatte, sollte bereits am Dienstag Abend in Tripolis einlaufen, habe aber etwa sechs Seemeilen vor der Küste plötzlich den Kurs geändert. Es ist nun offenbar in Richtung Malta unterwegs, wie die maltesische Armee erklärte, und werde vermutlich am Donnerstag Morgen maltesische Gewässer erreichen.

Italiens ultrarechter Innenminister Matteo Salvini bezeichnete die Migranten unmittelbar als »Piraten« und warnte, dass sie unter Beobachtung stünden. Sowohl Italien als auch Malta wollen Bootsflüchtlinge nicht aufnehmen, solange es keinen EU-weiten Verteilmechanismus gibt. Dem widersprach jedoch der italienische Aktivist Luca Casarini. Der Nachrichtenagentur Adnkronos sagte er, »dass es sich nicht um Piraten handelt, sondern um Menschen, die aus den Lagern, den Konzentrationslagern fliehen«. Er verwies damit auf die menschenrechtswidrige Unterbringung in Libyen. Immer wieder wehren sich Migranten deshalb, in das nordafrikanische Land zurückgebracht zu werden. (dpa/jW)

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Erschienen am 28.03.2019, Ausland

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