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Aus: Ausgabe vom 13.02.2018, Seite 3 / Schwerpunkt
Hintergrund

Aufmarsch gegen Venezuela

Offiziell ist es eine Kampagne gegen das organisierte Verbrechen: Seit dem vergangenen Herbst hat Kolumbien im Rahmen der »Operation Atlas« fast 10.000 Soldaten und Polizisten mobilisiert, die – so heißt es aus Bogotá – eine Offensive gegen den Drogenhandel durchführen sollen. Beobachter befürchten jedoch, dass es sich in Wahrheit um Vorbereitungen für eine Intervention in Venezuela handeln könnte. Genährt wurde dieser Verdacht in der vergangenen Woche, als Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos ankündigte, 3.000 weitere Soldaten an die Grenze zum Nachbarland zu entsenden. Es gehe darum, den »Exodus« von Bürgern Venezuelas nach Kolumbien zu kontrollieren, hieß es.

Was aber macht ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt auch noch General Kurt Tidd, der Chef des Südkommandos der US-Streitkräfte, in Kolumbien? Er traf nur zwei Tage nach dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in Bogotá ein, dessen Lateinamerikarundreise in der vergangenen Woche das ausdrückliche Ziel hatte, eine Allianz gegen Venezuela zu schmieden. Die USA und Kolumbien müssten zusammenarbeiten, um »Bedrohungen der Sicherheit« abzuwehren, erklärte Tidd nun. Am Sonnabend traf sich der General hinter verschlossenen Türen mit Kolumbiens Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas und anderen hohen Beamten. Man habe über die Zusammenarbeit beim »Aufbau von Frieden und Sicherheit« in der Region beraten, hieß es anschließend.

(PL/jW)

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