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Ein Fach verschwindet

Die historische Schulbildung wird nach Einschätzung des Verbands der Geschichtslehrer Deutschlands immer rudimentärer. Seit Jahren werde der Unterricht in Naturwissenschaften und Technik ausgebaut, sagte Verbandschef Ulrich Bongertmann vor dem 51. Deutschen Historikertag, der am Dienstag in Hamburg beginnt. »Was uns am meisten Sorge macht, ist das Verschwinden des Faches Geschichte.« Mit Ausnahme der Gymnasien werde an den Schulen zumeist ein Fächerverbund aus Geschichte, Geographie und Politik gebildet. »Wenn ein Erdkundelehrer, der sich gern übers Polarlicht auslässt, dann plötzlich über den Holocaust reden muss, ist das nicht optimal.« Der Verband plädiert für zwei Wochenstunden Geschichte in der Sekundarstufe eins und für drei in der Oberstufe. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen stößt er damit auf taube Ohren. Bongertmann sieht durch die Entwicklung »die Stabilität unserer Gesellschaft bedroht«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.09.2016, Seite 11, Feuilleton

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