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Aus: Ausgabe vom 17.05.2016, Seite 15 / Betrieb & Gewerkschaft

Lesetips

Warum weniger ­Betriebsräte?

Die Mitbestimmung steht unter Druck. Nur in zehn Prozent der Betriebe, in denen ein Betriebsrat gewählt werden könnte, geschieht das auch. Seit Jahren sinkt die Zahl der Beschäftigten, die von einem Betriebsrat vertreten werden, langsam, aber stetig. Warum eigentlich? Dieser Frage geht ein Schwerpunktheft der WSI-Mitteilungen nach. An den Einstellungen der Bevölkerung gegenüber der Mitbestimmung kann es jedenfalls nicht liegen, wie Wissenschaftler der Uni Duisburg-Essen herausgefunden haben. Deren Befragung zufolge beurteilt eine überwältigende Mehrheit die Mitbestimmung positiv, nur 12,8 Prozent lehnen sie ab. 65 Prozent meinen sogar, »Arbeitnehmer sollten gleich viel oder mehr Einfluss haben als Arbeitgeber« – was ja beim bestehenden System keineswegs der Fall ist.

Peter Ellguth vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und Rainer Trinczek von der Uni Erlangen-Nürnberg untersuchen, welche Rolle strukturelle Faktoren spielen. (dab)

WSI-Mitteilungen 3/2016, Jahresabo: 92,40 Euro (Studierende: 49,80 Euro)

wsi-mitteilungen.de

Streik auch in US-Kliniken

In der Krankenpflege tut sich gewerkschaftspolitisch was. Dass das nicht nur für Deutschland gilt, macht ein Beitrag im aktuellen Express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit deutlich. Der ursprünglich in der Zeitschrift Working In These Times erschienene Artikel berichtet von einem einwöchigen Streik beim US-Krankenhausbetreiber Kaiser Permanente in Los Angeles. Neben Lohnerhöhungen forderten die rund 1.200 streikenden Pflegekräfte, dass personelle Mindestquoten per Tarifvertrag festgeschrieben werden. Die Berliner Charité lässt grüßen. (dab)

Express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 4/2016, 20 Seiten, 3,50 Euro

labournet.de/express

Nachschlagewerk für Betriebsräte

Vom Arbeitnehmerentsende- bis zum Teilzeit- und Befristungsgesetz – der von Peter Wedde herausgegebene Kompaktkommentar zum »Individualarbeitsrecht mit kollektivrechtlichen Bezügen« ist als Nachschlagewerk für Betriebsräte unverzichtbar. Der Bund-Verlag hat ihn nun in überarbeiteter Auflage herausgegeben, so dass die neuesten Entwicklungen beispielsweise bei Werkverträgen und Leiharbeit sowie beim Mindestlohn berücksichtigt werden können. (dab)

Peter Wedde (Hrsg.): Arbeitsrecht. Kompaktkommentar. Frankfurt am Main, Bund-Verlag, 2016, 1.741 Seiten, 89,90 Euro

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