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Manfred Hummitzsch gestorben

Berlin. Generalleutnant a. D. Manfred Hummitzsch ist tot. Er starb am vergangenen Mittwoch 86jährig nach langer Krankheit in Berlin. Hummitzsch war fast 23 Jahre Leiter der Bezirksverwaltung Leipzig des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. In dieser Funktion hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass die Leipziger Montagsdemonstrationen im Herbst 1989 friedlich blieben und kein Schuss fiel. In einem jW-Interview wies er am 9. November 2009 Darstellungen zurück, die DDR-Führung habe im Vorfeld der Demonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig Leichensäcke bestellt, Herzchirurgen in der Behandlung von Schusswunden unterwiesen und Panzer vorfahren lassen. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler hatte dies bei einer Feierstunde zum 20. Jahrestag der Ereignisse behauptet. Hummitzsch bezeichnete das als »groteske Lüge«. Er habe am Demonstrationstag allein von MfS-Chef Erich Mielke drei Anrufe erhalten, in denen dieser ihm eingeschärft habe, »es dürfe auf gar keinen Fall zum Einsatz von Schusswaffen kommen«. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.12.2015, Seite 5, Inland

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