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Verhaftungswelle in der Türkei

Istanbul. Kurz vor der Präsidentenwahl in der Türkei am Sonntag sind die Sicherheitsbehörden erneut gegen mutmaßliche Regierungsgegner im Polizeiapparat vorgegangen. Bei zeitgleichen Razzien in mehreren Landesteilen wurden am Dienstag 33 Beamte festgenommen, berichteten türkische Medien. Den Verdächtigen wird die Verwicklung in illegale Abhöraktionen gegen die Regierung vorgeworfen. Bei einer ersten Verhaftungswelle waren im Juli mehr als 100 Polizisten in Gewahrsam genommen worden; rund ein Drittel von ihnen kam in Untersuchungshaft.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der sich bei der Wahl am kommenden Sonntag um das Präsidentenamt bewirbt, wirft Anhängern des islamischen Predigers Fethullah Gülen vor, staatliche Institutionen unterwandert zu haben. Vor allem seit der Aufdeckung von Korruptionsvorwürfen gegen die Regierung im Dezember, die laut Erdogan ebenfalls Teil einer Verschwörung Gülens sind, gehen die Behörden gegen mutmaßliche Anhänger des Predigers in Polizei und Justiz vor. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.08.2014, Seite 6, Ausland

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