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Aus: Ausgabe vom 26.05.2014, Seite 13 / Feuilleton

Zu Tode zitiert

Der neue Siemens-Musikpreisträger Peter Gülke hat die Preisverleihung am Samstag abend in München zu einem dringenden Appell für den Fortbestand der Musikkultur genutzt – auf höchst langweilige Art. In seiner Dankesrede im Cuvilliés-Theater warnte er vor einer »gefährlichen Erosion« (na gut) im kulturellen Leben. Das »Quotendenken« (hm, naja) sei mittlerweile nicht nur in die Medien, sondern auch »in die Gehirne« (aha) eingezogen. »Wir amüsieren uns zu Tode« (ohje) zitierte der Dirigent, Musikwissenschaftler und Schriftsteller einen schon kurz nach Erscheinen 1985 zu Tode zitierten Buchtitel von Neil Postman. Meinte Postman das Fernsehen an sich, sorgt sich der Siemens-Preisträger um die geplante Verbannung des Radioprogramms Bayern Klassik von seiner angestammten UKW-Frequenz auf rein digitalen Empfang. Und auch die bereits beschlossene Fusion der beiden Konzertorchester des Südwest­rundfunks mißhagt ihm. Der Hauptpreis der Siemens-Musikstiftung ist übrigens mit 250000 Euro dotiert.

(dpa/jW)

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