-
01.04.2014
- → Feuilleton
Brief gegen Kissinger
Mehr als 100 Wissenschaftler protestieren in einem offenen Brief vom Montag gegen eine Professur, die das Bundesverteidigungsministerium zu Ehren des berüchtigten US-Außenministers Henry Kissinger an der Universität Bonn einrichten will. In dem Brief werden dem Friedensnobelpreisträger Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verletzung des Völkerrechts bescheinigt, etwa im Vietnamkrieg oder durch seine Rolle beim Militärputsch in Chile 1973. Erstunterzeichner sind etwa der französische Politikwissenschaftler Alfred Grosser und der Soziologe Oskar Negt. Die Stiftungsprofessur für »Internationale Beziehungen und Völkerrecht« ist von der Bundesregierung beschlossen worden. Sie soll vom Außenministerium finanziert werden und zum Wintersemester 2014/15 starten. Das Verfahren für die Besetzung ist bereits angelaufen. Gegen die Professur hatten zuvor bereits eine »Initiative Zivile Uni Bonn« und das Bonner Studierendenparlament protestiert. (dpa/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton
