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Aus: Ausgabe vom 22.02.2014, Seite 3 / Schwerpunkt

Hintergrund: Hilfslieferungen nach Westsyrien

Homs ist die größte Provinz Syriens und umfaßt ein Viertel des gesamten Staatsgebietes. Vor Beginn des Krieges 2011 waren in der Provinz 2250000 Einwohner registriert, davon in der Stadt Homs selbst etwa eine Millionen Menschen. Offiziellen Angaben zufolge sollen etwa 100000 Menschen aus der Altstadt in die christlichen Dörfer westlich der Stadt (Al Wadi, Tal der Christen) oder in die umliegenden Gebiete gezogen sein. Die Industriestadt Homs verfügt über eine der zwei Raffinerien Syriens und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Durch die Nähe zur libanesischen Grenze wurde der südwestliche Vorort Baba Amr bereits Ende 2011 zum Stützpunkt bewaffneter Gruppen. Sie wurden aus dem Norden Libanons mit Kämpfern und Waffen versorgt.

Die im Zuge der letzten Vereinbarung in die Altstadt von Homs gelieferten Hilfsgüter reichen nach UN-Angaben einen Monat lang für 2500 Personen. Jedes der 500 Lebensmittelpakete enthält u.a. 25 Kilogramm Mehl. Die medizinische Hilfe reicht sechs Monate, die 200 Pakete enthalten u.a. Impfstoff für Polioschutzimpfungen für 2000 Kinder. Weiterhin wurden Hygieneartikel (Seife, Waschpulver etc.) sowie Mittel zur Reinigung von Wasser geliefert. Schätzungen zufolge sollen sich noch 1500 Kämpfer und etwa 1000 Zivilisten in der Altstadt aufhalten.

Medizinische und hygienische Hilfsgüter sowie Nahrungsmittel erreichen auch Gebiete, die von bewaffneten Gruppen kontrolliert werden.

Die nordsyrischen Provinzen Aleppo, Rakka, Hasakeh und Deir Ezzor konnten nach Auskunft des Welternährungsprogramms (WFP) seit Oktober 2013 von Hilfskonvois nicht mehr erreicht werden. In die Provinz Al-Hasakeh wurden vom WFP Hilfsgüter aus Damaskus eingeflogen. Auch die von Kurden kontrollierte Stadt Kamischli an der türkisch-syrischen Grenze wird über eine Luftbrücke aus Erbil, der Hauptstadt des kurdischen Nordirak, versorgt. (kl)

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