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Aus: Ausgabe vom 30.01.2014, Seite 16 / Sport

Bob: Need for Speed

Gut eine Woche vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Sotschi wird immer noch an den Bobs vom renommierten FES-Institut gebastelt. Bislang wurden die »Tüftler« aus Berlin-Schöneweide von der internationalen Konkurrenz gefürchtet. Doch bei der Generalprobe am vergangenen Wochenende auf der Heimbahn in Königssee erlebten die erfolgverwöhnten deutschen Bobfahrer ein Desaster. Kein EM-Gold, keine Weltcup-Podestplazierung und teilweise große Zeitabstände.

Jetzt herrscht beim FES-Institut hektische Betriebsamkeit. Bundestrainer Christoph Langen kritisierte vor allem das Material. »Wir beschleunigen nach den Kurven nicht so wie die anderen, wir kommen nicht richtig auf Speed«.

Laut Harald Schaale, Leiter des FES-Instituts, haben die schlechten Wetterbedingungen am Königssee die negative Entwicklung begünstigt. »Nassen Schnee in der Spur wie in Königssee wird es auf der komplett überdachten Olympiabahn von Sotschi nicht geben«, sagte Schaale, und räumte ein, »wir sind auch nicht zufrieden. Es gibt noch Möglichkeiten«.


Der Einfluß der Technik im Kampf um Gold ist enorm. Allein in den Kufensportarten – Rodeln, Bob, Skeleton – lautet die Faustformel für Erfolg: 30 Prozent macht das Material aus, 30 Prozent die Fähigkeit des Athleten, mit dem Material umzugehen, und 30 Prozent der Start. »Wenn schon eine der drei Komponenten nicht funktioniert, hat man keine Chance mehr auf eine Medaille«, meint Schaale.

Rund 70 Mitarbeiter sind im FES beschäftigt, eine Hälfte Ingenieure, die andere Hälfte Facharbeiter. Neben den Bobs und Schlitten werden in Berlin-Schöneweide Kufen für Eisschnelläufer sowie Bindungssysteme für Skispringer erdacht. Vor allem im Bobsport gibt es eine erbitterte Materialschlacht. BMW stattet die US-Bobs aus, die Italiener sind mit Ferrari unterwegs, die Engländer setzen auf McLaren – alle zusammen rücken den Deutschen auf die Pelle. »Unser technisches Monopol der vergangenen Jahre ist aufgebraucht«, glaubt Langen. (sid/jW)

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