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Abbado tot

Der Dirigent Claudio Abbado (Foto) ist am Montag nach langer Krankheit im Alter von 80 Jahren »unbeschwert« in Bologna im Kreis der Familie gestorben, wie die Angehörigen über sein Sekretariat mitteilen ließen. Abbado habe ihr »musikalisches Schaffen seit seinen ersten Konzerten mit uns im Jahr 1966 geprägt«, erklärten die Berliner Philharmoniker, deren Chef Abbado von 1989 bis 2002 war. Zu Weltruhm gelangte er in den 60ern und 70ern an der Scala in seiner Geburtsstadt Mailand. Zusammen mit der KP Italiens und seinem Freund Luigi Nono, dessen »Al gran sole« er 1975 uraufführte, veranstaltete Abbado in dieser Zeit Konzerte für Arbeiter (»Musica-Realtà«) im Industriegebiet Reggio nell’Emilia. In den 80ern verließ er die Scala wegen deren Unterfinanzierung, im Oktober 1989 wurde er Karajan-Nachfolger in Berlin. Zu seinen hier entstandenen Meisterwerken zählen konzertante Aufführungen von Mussorgskis »Boris Godunow« (1993), Bergs »Wozzeck« (1996) und Wagners »Parsifal« (2001). Leitende Funktionen hatte Abbado auch bei den Salzburger Festspielen, an der Wiener Staatsoper und beim London Symphonic Orchestra inne. Der künftige musikalische Direktor der Scala, Riccardo Chailly, sagte der Nachrichtenagentur Ansa am Montag: »Ab heute ist Italien ärmer.« (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.01.2014, Seite 13, Feuilleton

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