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Ohne Helm und ohne Gurt

Als 1992 ein CSU-Staatssekretär in Peenemünde mit der Rüstungsindustrie um Daimler-Benz ganz groß »50 Jahre V 2« feiern wollte (»Eintritt in die Raumfahrtära« usw.), gab es international einigen Ärger. Damals war Peenemünde ein Ort voller Irrer, die sich mit Ohs und Ahs darüber informieren ließen, daß die Mondfahrt nun mal eine Erfindung der Nazis sei. Es gab kein staatlich gefördertes Museum, aber bis zu eine Million Touristen im Jahr, die Heiligenschreine mit Nazikram besichtigten. Das ist nun alles mehr als 20 Jahre her, viel Bemühen um politische Korrektheit hat einiges Gras über die Sache wachsen lassen, was man daran sieht, daß der Ort reif für Wagner-Musik ist (damals wäre das undenkbar gewesen). Am 13. September soll Kurt Masur (86) in Peenemünde ein Konzert mit Werken von Wagner und Bruckner dirigieren. Er soll den Kulturpreis der Schweizer Stiftung Pro Europa für sein Lebenswerk engegennehmen, ausdrücklich auch »für Verdienste um die friedliche Revolution in der DDR im Herbst 1989«, wie Stiftungspräsident Tilo Braune, Staatssekretär a.D., am Freitag mitteilte. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.09.2013, Seite 13, Feuilleton

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