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Aus: Ausgabe vom 13.06.2012, Seite 13 / Feuilleton

Afro-Punk

Jagwa Music ist eine Straßenband aus Daressalam in Tansania, die verzwickte Grooves in einer irren Geschwindigkeit aus traditionellen und behelfsmäßigen Instrumenten zaubert. Ein altes Kinder-Casio-Keyboard, ein Megaphon und ein paar Percussion-Instrumente, zu den auch ein kaputter Stuhl gehört, mehr braucht es nicht, um abzugehen – zum Beispiel auf zwei Konzerten in Berlin.

Mit atemberaubenden 180 Beats per Minute hecheln sich die Tansanier durch Themen wie Arbeitslosigkeit, Gewalt in der Familie, Eifersucht, AIDS und Drogen. Während die Rohheit ihrer Songs an Punk erinnern, ähneln die sozialpolitischen Kommentare ihrer Texte an das »schwarze CNN« (Chuck D) des HipHop. In Daressalam hat die Band eine große Anhängerschaft – fast jeder kennt ihre Songs, viele ihrer Texte wurden zu geflügelten Worten. Auf Crammed Discs ist jetzt die CD »Bongo Hot­heads«, ihre erste internationale Veröffentlichung, erschienen. »Bongo« ist der Spitzname für Daressalam und entstammt dem Suaheli-Ausdruck »kuchemsha bongo«, wörtlich »das Gehirn zum Kochen bringen« oder »scharf über etwas nachdenken«. (jW)


Heute im Prinzessinnengarten, Berlin, Prinzenstraße 35–38 um 17 Uhr; morgen im Monarch, Berlin, Skalitzer Str. 134, um 21 Uhr

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