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18.05.2012
- → Ausland
US-Geheimdienst in Massaker an Kurden verwickelt
Die Tötung von 34 kurdischen Zivilisten bei einem türkischen Luftangriff an der irakischen Grenze Ende vergangenen Jahres erfolgte aufgrund von US-Geheimdienstinformationen. Das berichtete das US-amerikanische Wall Street Journal (WSJ) nach Recherchen zu dem Massaker Mitte der Woche. Eine »Predator«-Drohne der US-Streitkräfte hatte die Gruppe von zumeist jugendlichen Dorfbewohnern, die als Schmuggler regelmäßig mit ihren Maultieren bei Uludere die Grenze überquerten, gesichtet. Da in dieser Region auch Guerillakämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans, PKK, aktiv seien, wurden die Daten an die türkischen Streitkräfte weitergeleitet. Der Angriffsbefehl sei aber von türkischer Seite erfolgt, erklärte ein leitender Pentagon-Mitarbeiter gegenüber dem Wall Street Journal, »das war keine amerikanische Entscheidung«. Bislang wurde davon ausgegangen, daß der türkische Geheimdienst für den tödlichen Irrtum verantwortlich war. Seit 2007 übermitteln die USA der türkischen Armee Aufnahmen ihrer Aufklärungsdrohnen aus dem Nordirak.
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