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Studie sorgt für ­Diskussion

Berlin. Laut einer Studie des Bundesinnenministeriums haben viele junge Muslime Vorbehalte gegen »westliche Werte«. Demnach zeigen 24 Prozent der nichtdeutschen Muslime eine »starke Abneigung zum Westen« und keine Tendenz, sich zu integrieren. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) äußerte sich besorgt über diese Erkenntnisse. Er akzeptiere den Import autoritärer, antidemokratischer und religiös-fanatischer Ansichten nicht, erläuterte er in der Donnerstagausgabe der Bild. Kritik an der Studie kam von SPD, FDP und Grünen. »Ich muß mich schon wundern, daß das Bundesinnenministerium erneut Steuergelder darauf verwendet, eine Studie zu finanzieren, die Schlagzeilen produziert, aber keinerlei Erkenntnisse«, sagte der FDP-Integrationsexperte Serkan Tören der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Memet Kilic, stellte fest, daß nicht Religion oder Einwanderungsgeschichte die entscheidende Ursache für Jugendgewalt sei, sondern Chancen- und Perspektivlosigkeit.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.03.2012, Seite 5, Inland

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