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Deutsche Bank lehnt Kirch-Vergleich ab

Frankfurt/München. Die zehnjährige Prozessfehde zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch geht nun doch weiter. Das Finanzinstitut ließ am Donnerstag einen schon ausgehandelten, auf rund 800 Millionen Euro geschätzten Vergleich mit dessen Familie platzen. Der Vorstand habe den Vergleichsvorschlag »sorgfältig geprüft« und »einvernehmlich entschieden, den Vergleichsvorschlag nicht anzunehmen«, teilte die Deutsche Bank in Frankfurt am Main mit. Mit dem außergerichtlichen Kompromiß, den der im Mai scheidende Konzernchef Josef Ackermann selbst ausgehandelt hatte, wollte die Bank-Führung den Rechtsstreit mit Kirch ad acta legen.

Der im Sommer 2011 verstorbene Leo Kirch und in der Nachfolge seine Erben hatten die Deutsche Bank auf Schadenersatz in Höhe von vier Milliarden Euro verklagt. Auslöser war ein Fernsehinterview des damaligen Bank-Vorstandssprechers Rolf Breuer im Februar 2002. Darin hatte der Manager die Kreditwürdigkeit des schon finanziell angeschlagenen Kirch angezweifelt. Kirch sah in der Äußerung den Grund für die Pleite seines Medienimperiums mit den Sendern ProSieben, Sat.1 und Premiere wenige Wochen nach Breuers TV-Auftritt.
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(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.03.2012, Seite 9, Kapital & Arbeit

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