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Anne-Klein-Preis für Nivedita Prasad

Berlin. Die Frauenrechtsaktivistin Nivedita Prasad wird am heutigen Freitag mit dem Anne-Klein-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung geehrt. Die 1967 in Indien geborene Sozialpädagogin lebt in Berlin und kämpft seit vielen Jahren gegen Frauenhandel und Gewalt an Migrantinnen. Sie greife Tabuthemen wie moderne Sklaverei und Arbeitsausbeutung in Privathaushalten auf und sei »eine der wenigen, die sich persönlich um die Opfer von Menschenhandel kümmern«, heißt es in der Begründung der Jury. Mit ihren Mitstreiterinnen in der Beratungsstelle »Ban Ying« setze sie seit 1997 Maßstäbe für die rechtliche Anerkennung und Entschädigung der Opfer und für die Strafverfolgung der Täter. Mit ihrer Hartnäckigkeit habe sie unter anderem erreicht, daß das Auswärtige Amt 2003 Verbesserungen für in Diplomatenhaushalten ausgebeutete Migrantinnen durchgesetzt hat, darunter einen Mindestlohn.

Der Preis wird in diesem Jahr erstmals verliehen – in Würdigung des Lebenswerks der Feministin, Juristin und offen lesbisch lebenden früheren Berliner Frauensenatorin Anne Klein, die im vergangenen Jahr im Alter von nur 61 Jahren verstorben ist. Die Auszeichnung ist mit 10000 Euro dotiert.
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(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.03.2012, Seite 15, Feminismus

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