Zum Inhalt der Seite

Accident Hump

Von Mitte des 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts ist das Alter, in dem Jungen ihre Geschlechtsreife erlangen, um etwa 2,5 Monate pro Jahrzehnt gefallen. Das meint der Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock (MPIDR), Joshua Goldstein, mittels Sterblichkeitsdaten nachgewiesen zu haben. Als Gründe nannte er verbesserte Ernährungs- und Gesundheitsbedingungen. Medizinische Aufzeichnungen belegen für Mädchen schon lange, daß die erste Menstruation immer eher stattfindet. Vergleichbare Daten für Jungen fehlen. Goldsteins Auswertung basiert auf dem statistisch gut erfaßten Phänomen des »Accident Hump«: Mit der Ausschüttung des Hormons Testosteron, die in der späten Pubertät – nach Stimmbruch und Erreichen der Zeugungsfähigkeit – am größten ist, steigt für Jungen das Risiko zu sterben, sprunghaft an. Imponiergehabe, Unachtsamkeit und hohe Gewaltbereitschaft führen vermehrt zu tödlichen Unfällen. Goldstein wertete entsprechende Daten aus Schweden, Dänemark, Norwegen, Großbritannien und Italien aus. Ab 1950 deuten die Daten eine Stagnation an. Goldstein: »Ein heute 18jähriger ist körperlich so weit entwickelt wie ein 22jähriger um 1800.«

(dapd/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 01.09.2011, Seite 15, Natur & Wissenschaft

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!