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01.03.2010
- → Feuilleton
Dessauer Protest
Am Freitag abend begann das 18. Kurt-Weill-Festival in Dessau, das
bis zum 7. März geht. Eine Stunde vor der offiziellen
Eröffnung hatten sich rund 1000 Demonstranten auf dem
Theaterplatz im Zentrum der Stadt versammelt und die Weillsche
Ballade »Von der Unzulänglichkeit menschlichen
Strebens« für die Gäste des Festakts,
angeführt von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang
Böhmer (CDU), intoniert. Grund für die Proteste ist die
vom parteilosen Dessauer Bürgermeister Karsten Koschig
angekündigte »Radikalkur« bei den Ausgaben der
Stadt, da Dessau angeblich vor dem finanziellen Kollaps stehe. In
den kommenden Jahren sollen vor allem bei den Kulturausgaben 13,8
Millionen Euro eingespart werden. »Ohne die Zuschüsse
sind wir nicht überlebensfähig«, sagte die
mitdemonstrierende Sprecherin des Anhaltischen Theaters, Franziska
Blech. Ihre Spielstätte soll auf 3,5 Millionen Euro
verzichten. Die daraus resultierende Schließung des Hauses
sowie die Entlassung der derzeit etwa 350 Mitarbeiter hätte
für die gesamte Stadt Folgen. »Betroffen wären dann
Tanz- und Musikschulen, an denen die Musiker und das Ballett des
Theaters unterrichten.«
Gemeinsam mit den ebenfalls geplanten Schließungen von Bibliotheken und öffentlichen Bädern käme das dem faktischen Ende des kulturellen Lebens in der Bauhaus-Stadt gleich. (ddp/jW)
Gemeinsam mit den ebenfalls geplanten Schließungen von Bibliotheken und öffentlichen Bädern käme das dem faktischen Ende des kulturellen Lebens in der Bauhaus-Stadt gleich. (ddp/jW)
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