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Dessauer Protest

Am Freitag abend begann das 18. Kurt-Weill-Festival in Dessau, das bis zum 7. März geht. Eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung hatten sich rund 1000 Demonstranten auf dem Theaterplatz im Zentrum der Stadt versammelt und die Weillsche Ballade »Von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens« für die Gäste des Festakts, angeführt von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), intoniert. Grund für die Proteste ist die vom parteilosen Dessauer Bürgermeister Karsten Koschig angekündigte »Radikalkur« bei den Ausgaben der Stadt, da Dessau angeblich vor dem finanziellen Kollaps stehe. In den kommenden Jahren sollen vor allem bei den Kulturausgaben 13,8 Millionen Euro eingespart werden. »Ohne die Zuschüsse sind wir nicht überlebensfähig«, sagte die mitdemonstrierende Sprecherin des Anhaltischen Theaters, Franziska Blech. Ihre Spielstätte soll auf 3,5 Millionen Euro verzichten. Die daraus resultierende Schließung des Hauses sowie die Entlassung der derzeit etwa 350 Mitarbeiter hätte für die gesamte Stadt Folgen. »Betroffen wären dann Tanz- und Musikschulen, an denen die Musiker und das Ballett des Theaters unterrichten.«

Gemeinsam mit den ebenfalls geplanten Schließungen von Bibliotheken und öffentlichen Bädern käme das dem faktischen Ende des kulturellen Lebens in der Bauhaus-Stadt gleich. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.03.2010, Seite 12, Feuilleton

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