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02.02.2010
- → Feuilleton
Gratiswerbung
Der deutsche Hochdruckreinigerhersteller Kärcher
stößt mit Protesten gegen die Verwendung des
Firmennamens im Zusammenhang mit der Säuberung der Banlieus
verwahrt, bei der französischen Regierung auf taube Ohren.
Staatssekretärin Fadela Amara, in deren
Zuständigkeitsbereich die Vorstädte gehören, hatte
in der Zeitung Le Figaro vom Montag jedenfalls kein
Verständnis für die Firma: »Das ist Gratiswerbung,
und außerdem heißt das, daß ihre Produkte
effizient und von guter Qualität sind.« Staatschef
Nicolas Sarkozy hatte 2005 als Innenminister gesagt, er wolle die
Vorstädte »mit dem Kärcher« von Kriminellen
befreien. Seitdem ist der Hochdruckreiniger in Frankreich ein
fester Begriff in der Debatte um die Elendsviertel. Amara
verwendete ihn zuletzt Mitte Januar, als sie nach dem Tod eines
Jungen bei einer Bandenschießerei in einer Vorstadt von Lyon
erklärte: »Ja, man muß mit dem Kärcher
drübergehen und diese Gewalt ausrotten, die unsere Kinder in
den Vorstädten umbringt«. Kärcher hatte daraufhin
zum wiederholten Mal protestiert. (AFP/jW)
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