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Die Band Rammstein ist »bestürzt« über das Verbot ihres Albums »Liebe ist für alle da«, das gegenwärtig die deutschen Charts anführt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte das neue Album am Freitag auf den Index gesetzt. Zur Begründung hieß es, die Band animiere auf dem Album zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr und verbreite gefährliche Sado-Maso-Praktiken.

Rammstein-Keyboarder Flake Lorenz sagte der Bild am Sonntag, seiner Ansicht nach werde niemand das Lied »Ich tu dir weh« als Aufruf verstehen, »in den Baumarkt zu gehen, Stacheldraht zu kaufen und eine Frau zu quälen«. Die Musik der Band richtig einzuordnen, »sollte man eigentlich jedem Menschen mit einem Minimum an Verstand und Reflexionsvermögen zutrauen«, fügte er hinzu. Lorenz, früher in der DDR-Punk-Band Feeling B, warf der Bundesprüftstelle ein »kleinbürgerliches Kunstverständnis« vor: »Wenn Meinungsfreiheit in der BRD bedeutet, daß Nazis unbehelligt ›Ausländer raus‹ brüllen dürfen, unsere Platte hingegen aus dem Verkehr gezogen wird, sind wir nicht viel weitergekommen.« (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.11.2009, Seite 13, Feuilleton

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