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10.11.2009
- → Feuilleton
Indiziert
Die Band Rammstein ist »bestürzt« über das
Verbot ihres Albums »Liebe ist für alle da«, das
gegenwärtig die deutschen Charts anführt. Die
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte
das neue Album am Freitag auf den Index gesetzt. Zur
Begründung hieß es, die Band animiere auf dem Album zu
ungeschütztem Geschlechtsverkehr und verbreite
gefährliche Sado-Maso-Praktiken.
Rammstein-Keyboarder Flake Lorenz sagte der Bild am Sonntag, seiner Ansicht nach werde niemand das Lied »Ich tu dir weh« als Aufruf verstehen, »in den Baumarkt zu gehen, Stacheldraht zu kaufen und eine Frau zu quälen«. Die Musik der Band richtig einzuordnen, »sollte man eigentlich jedem Menschen mit einem Minimum an Verstand und Reflexionsvermögen zutrauen«, fügte er hinzu. Lorenz, früher in der DDR-Punk-Band Feeling B, warf der Bundesprüftstelle ein »kleinbürgerliches Kunstverständnis« vor: »Wenn Meinungsfreiheit in der BRD bedeutet, daß Nazis unbehelligt ›Ausländer raus‹ brüllen dürfen, unsere Platte hingegen aus dem Verkehr gezogen wird, sind wir nicht viel weitergekommen.« (AFP/jW)
Rammstein-Keyboarder Flake Lorenz sagte der Bild am Sonntag, seiner Ansicht nach werde niemand das Lied »Ich tu dir weh« als Aufruf verstehen, »in den Baumarkt zu gehen, Stacheldraht zu kaufen und eine Frau zu quälen«. Die Musik der Band richtig einzuordnen, »sollte man eigentlich jedem Menschen mit einem Minimum an Verstand und Reflexionsvermögen zutrauen«, fügte er hinzu. Lorenz, früher in der DDR-Punk-Band Feeling B, warf der Bundesprüftstelle ein »kleinbürgerliches Kunstverständnis« vor: »Wenn Meinungsfreiheit in der BRD bedeutet, daß Nazis unbehelligt ›Ausländer raus‹ brüllen dürfen, unsere Platte hingegen aus dem Verkehr gezogen wird, sind wir nicht viel weitergekommen.« (AFP/jW)
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