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Ackermann fordert Staatsrückzug

Berlin. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat von der neuen Bundesregierung einen baldigen Rückzug des Staates aus der Wirtschaft verlangt. Schwache Firmen sollten nicht mit Steuergeldern künstlich am Leben erhalten werden, forderte der Manager am Donnerstag in Berlin. Solche Subventionen trockneten den Wettbewerb aus und gefährdeten die Wirtschaftskultur. Der Staat solle »Überwacher des Wettbewerbs sein, nicht Teilnehmer.« Die Stimmenmehrheit für Union und FDP sei ein Votum der Bürger »gegen noch mehr Staat« gewesen. Damit ändert Ackermann seinen bisherigen Standpunkt, zumindest was die Finanzbranche betrifft. Der Deutsche-Bank-Chef galt in den zurückliegenden Monaten als einer der entschlossensten Befürworter der Bankenrettung mittels Steuergeldern. Seine Intervention soll u. a. den Ausschlag zur Stützung der maroden Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate gegeben haben. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.10.2009, Seite 9, Kapital & Arbeit

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