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Netanjahu: Abzug aus Gaza war ein Fehler

Der Rückzug der israelischen Truppen aus dem besetzten Gazastreifen vor vier Jahren war nach Ansicht von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (Foto) ein Fehler, den das Land nicht wiederholen werde. »Der Rückzug aus dem Gazastreifen hat uns weder Sicherheit noch Frieden gebracht«, sagte Netanjahu zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag. Das palästinensische Gebiet am Mittelmeer sei seitdem eine »von der proiranischen Hamas kontrollierte Basis« geworden. Einen »solchen Fehler werden wir nicht noch einmal begehen«, fügte der rechte Regierungs­chef hinzu.

Die israelischen Truppen hatten sich im September 2005 nach einem einseitigen Plan des damaligen Ministerpräsidenten Ariel Scharon nach 38 Jahren Besatzung aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Seitdem mußten rund 8000 dort wiederrechtlich angesiedelte Zionisten das Gebiet verlassen. Die palästinensische Hamas hatte im Sommer 2007 die Macht in dem schmalen Küstengebiet übernommen. Ende des vergangenen Jahres hatte die israelische Armee eine dreiwöchige Militäroffensive gegen die 1,5 Millionen Palästinenser im Gaza­streifen gestartet. Als Kriegsgrund wurde der anhaltende Raketenbeschuß aus dem Gazastreifen genannt.
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Netanjahu schloß am Sonntag zudem Räumungen zionistischer Siedlungen im Westjordanland aus. Seine Regierung wolle ein Abkommen mit den Palästinensern, das »Israel als Staat des jüdischen Volkes« anerkenne und die Sicherheit der Israelis garantiere. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.08.2009, Seite 3, Schwerpunkt

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