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11.07.2009
- → Aktion
Lektion 3: Globalisierung
jW-Sommerakademie
Globalisierung, die (w.), findet seit dem Auftauchen des Homo
sapiens und seiner Auswanderung aus Afrika statt. In den 90er
Jahren des 20.Jahrhunderts hatte ein Professor der Harvard Business
School die Marketingidee, statt von »Freihandel« oder
»Internationalisierung des Kapitalismus« von
»Globalisierung der Märkte« zu reden. Der Begriff
erhielt seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 von Institutionen zur
Verbreitung von Frieden, Demokratie und Wohlstand wie dem
Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der US-Armee (und
deren Verbündeten), der CIA (und deren Partnerdiensten) und
der Grundsatzabteilung des deutschen Bundeskanzleramtes (und
angeschlossenen Medien wie Spiegel, taz etc.) religiösen
Status. Von Eigentum und Interessen reden seitdem nur noch
Nörgler und Meckerer. Die Globalisierung ist demnach für
alles verantwortlich. In der Bundesrepublik veranlaßte sie u.
a. die Senkung des Spitzensteuersatzes, die Zulassung von
Hedgefonds, die Etablierung von absurden Börsensendungen sowie
die massenhafte Einführung von Minijobs und Leiharbeit, die
Erhöhung der Mehrwertsteuer, die Einführung von Armut per
Gesetz (Hartz IV), Rentenkürzungen und die Subventionierung
der Pharmakonzerne (»Gesundheitsreform«). Die
Bundesregierung sah nur zu.
Die Globalisierung ist so etwas wie die Vorsehung und daher stets erfolgreich. Kann in ihrem Namen mal nicht für Frieden, Demokratie und Wohlstand gesorgt werden, liegt das an Schurkenstaaten, Terrorgruppen (erst CIA-finanziert, dann selbständig), Oskar Lafontaine und gierigen Managern. Die US-Armee hat deswegen heute fast 800 Stützpunkte auf der Welt, erhält jedes Jahr Dollars im Umfang eines Konjunkturrettungspaketes, führt seit 1991 einen Krieg nach dem andern, hört die ganze Welt ab und hat die Folter umfassend verbreitet. Die Globalisierung hat nichts damit zu tun, daß 20 Prozent der Weltbevölkerung hungern. Dazu siehe Imperialismus, Neokolonialismus.
Literatur: Sahra Wagenknecht: Wahnsinn mit Methode; Lucas Zeise: Ende der Party; Konstantin Brandt u. a.: Stopp NATO; Timothy Brook: Vermeers Hut. Das 17. Jahrhundert und der Beginn der globalen Welt
Die Globalisierung ist so etwas wie die Vorsehung und daher stets erfolgreich. Kann in ihrem Namen mal nicht für Frieden, Demokratie und Wohlstand gesorgt werden, liegt das an Schurkenstaaten, Terrorgruppen (erst CIA-finanziert, dann selbständig), Oskar Lafontaine und gierigen Managern. Die US-Armee hat deswegen heute fast 800 Stützpunkte auf der Welt, erhält jedes Jahr Dollars im Umfang eines Konjunkturrettungspaketes, führt seit 1991 einen Krieg nach dem andern, hört die ganze Welt ab und hat die Folter umfassend verbreitet. Die Globalisierung hat nichts damit zu tun, daß 20 Prozent der Weltbevölkerung hungern. Dazu siehe Imperialismus, Neokolonialismus.
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Literatur: Sahra Wagenknecht: Wahnsinn mit Methode; Lucas Zeise: Ende der Party; Konstantin Brandt u. a.: Stopp NATO; Timothy Brook: Vermeers Hut. Das 17. Jahrhundert und der Beginn der globalen Welt
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