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Falscher Kandidat

Claude Lanzmann, Bernard-Henri Lévy und Eli Wiesel haben in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung dazu aufgerufen, die Wahl des ägyptischen Kulturministers Faruk Hosni zum nächsten Generaldirektor der UNESCO zu verhindern. Diese Wahl wird nach Wissen der Autoren »vom Kandidaten als so gut wie gelaufen dargestellt«. Daß Hosni für den Posten nicht geeignet ist, belegen die drei mit haarsträubenden Zitaten aus den Jahren 1997–2008. »Die israelische Kultur ist eine unmenschliche Kultur (…), die auf einem ganz einfachen Prinzip beruht: zu stehlen, was ihr nicht gehört, um es anschließend als etwas Eigenes auszugeben«, hat der Minister 2001 verlauten lassen. Als sich im vergangenen Jahr ein Abgeordneter des ägyptischen Parlaments darüber Sorgen machte, daß israelische Bücher in die Bibliothek von Alexandria aufgenommen werden könnten, beruhigte ihn Hosni mit den Worten: »Bring mir diese Bücher, und wenn es sie gibt, werde ich sie vor deinen Augen verbrennen.« Ganz sicher ist dieser Mann nicht für den Posten bei der UNESCO geeignet. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Mai. Es sollten sich noch Alternativen finden lassen. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.05.2009, Seite 13, Feuilleton

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