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Pan-Kritizist Gumbrecht

Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht hat es nicht so mit den Geisteswissenschaften. Zuzmindest nicht mit denen, die aktuell an den deutschen Universitäten gelehrt werden. In der Märzausgabe von Cicero haut er seine Kollegen in den Sack, »Geisteswissenschaftler produzieren nicht mehr nur Forschungsergebnisse, die niemand braucht; sie bringen jetzt auch in wachsendem Maß Fragen hervor, für die sie sich nicht einmal selbst interessieren«. Und warum machen die das, Herr Professor Gumbrecht, der Sie in den USA lehren? »Sie forschen einzig und allein, um Stellenbestände zu erhalten.« Im übrigen fühlten sich seine deutschen Kollegen »zu einem Pan-Kritizismus berufen, zu einem basso continuo des Nörgelns«. Deshalb hofft Herr Gumbrecht auf die Auswirkungen der Finanzkrise: »Vielleicht wäre ja schon viel gewonnen, wenn die über uns hereinbrechende Wirtschaftskatastrophe die Expansionslogik der Geisteswissenschaften aufhöbe.« (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.02.2009, Seite 13, Feuilleton

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