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25.02.2009
- → Feuilleton
Pan-Kritizist Gumbrecht
Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht hat es nicht so
mit den Geisteswissenschaften. Zuzmindest nicht mit denen, die
aktuell an den deutschen Universitäten gelehrt werden. In der
Märzausgabe von Cicero haut er seine Kollegen in den Sack,
»Geisteswissenschaftler produzieren nicht mehr nur
Forschungsergebnisse, die niemand braucht; sie bringen jetzt auch
in wachsendem Maß Fragen hervor, für die sie sich nicht
einmal selbst interessieren«. Und warum machen die das, Herr
Professor Gumbrecht, der Sie in den USA lehren? »Sie forschen
einzig und allein, um Stellenbestände zu erhalten.« Im
übrigen fühlten sich seine deutschen Kollegen »zu
einem Pan-Kritizismus berufen, zu einem basso continuo des
Nörgelns«. Deshalb hofft Herr Gumbrecht auf die
Auswirkungen der Finanzkrise: »Vielleicht wäre ja schon
viel gewonnen, wenn die über uns hereinbrechende
Wirtschaftskatastrophe die Expansionslogik der
Geisteswissenschaften aufhöbe.« (jW)
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