Zum Inhalt der Seite

Dienste und Buddhisten

Wiesbaden. Die hessischen Landtagsabgeordneten wollen sich freiwillig einer »Stasi-Überprüfung« unterziehen. Dem entsprechenden Antrag stimmten am Mittwoch alle fünf Fraktionen im Wiesbadener Landtag zu. Der Beschluß ist für die Parlamentarier allerdings nicht bindend.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Willi van Ooyen, kündigte an, daß sich die sechs Abgeordneten seiner Fraktion von der Birthler-Behörde überprüfen lassen würden. Sie würden die Ergebnisse auch veröffentlichen, sagte van Ooyen. Er fügte aber hinzu, daß er Bespitzelung jeder Art ablehne. Deswegen setze er sich für die Abschaffung des Verfassungsschutzes ein.Abgeordnete von CDU, SPD und FDP reagierten empört. Es sei eine »Entgleisung«, wenn »der demokratisch kontrollierte Verfassungsschutz« mit der Staatssicherheit der DDR verglichen werde, sagte FDP-Fraktionschef Jörg-Uwe Hahn.
Anzeige


Der hessische Landtag sprach sich zudem einstimmig für den Schutz der Bevölkerung in Tibet aus. Die Landespolitiker forderten die Regierung in Peking auf, einen direkten Dialog mit dem Dalai Lama aufzunehmen. Der hessische Landtag pflegt den Kontakt mit dem buddhistischen Oberhaupt Dalai Lama seit vielen Jahren. (AP/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 25.04.2008, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!