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Leserbrief zum Artikel Aus der bürgerlichen Gesellschaft: Geglaubte Lebenslüge vom 07.04.2021:

Falscher Ausgangspunkt

Theo Wenzkes Gedankenführung irritiert mich. Ich komme einfach nicht dazu, über jenen Aspekt unseres Lebens intensiver nachzudenken, bei dem das Kapital das »Teile und herrsche« seit Jahrhunderten besonders wirksam praktiziert. Das liegt an der einführenden Aussage, dass »der bürgerliche Rechtsstaat alles, was er einrichtet oder unternimmt, … unter das Vorzeichen (stellt,) …für seine Bürger ein gutes und gedeihliches Zusammenleben … nach den allgemeingültigen Grundsätzen der Gerechtigkeit, der Menschlichkeit und der Menschenwürde (zu organisieren)«. Will Theo Wenzke damit unsere tägliche Realität beschreiben? Oder soll so nur die herrschende Arroganz gegenüber den Bedürfnissen der einfachen Menschen entlarvt und persifliert werden? Die lesenswerten Gedanken, wie wir unsere Kräfte in moralinsauren Scheingefechten verpulvern, statt sie zu bündeln, verpuffen bei dieser unklaren Beschreibung der Verhältnisse leider allzuleicht. Wo Ausgangspunkte nicht stimmen, sind Volltreffer kaum zu erwarten.
Joachim Seider
Veröffentlicht in der jungen Welt am 08.04.2021.