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Leserbrief zum Artikel Aus Leserbriefen an die Redaktion vom 25.03.2019:

Nichts als Lärm

Ich stimme den Aussagen von Siegfried Kotowski (jW 25.3.) zu. Und trotzdem sieht die Sache vor Ort nicht unbedingt so aus wie in diesem oder jenem Führungszirkel oder aus Sicht dieser oder jener Fraktion. Was mich betrifft, habe ich nur einige Teilnehmer von »Aufstehen« erlebt, die auf eine bestimmte Person fest eingeschworen waren. Im Gegenteil. Und auch diejenigen, die jetzt in gar nicht vertrauensbildender Weise alles zerreißen, was sie vorher scheinbar vertreten haben (was mich und andere überhaupt nicht wundert), konnten nicht überzeugen. Überzeugen konnten aber diejenigen, die zum Beispiel in Leipzig im Felsenkeller aus dem Publikum heraus auftraten, um die tiefe Kluft zwischen den Interessen der Politik und den Interessen der Lohnabhängigen und Prekarisierten aus eigener Kenntnis zu verdeutlichen und dagegen zu handeln.
Keine Frage: Eine gewaltige Menge Illusion ist im Spiel – hinsichtlich Staat, hinsichtlich Klassen, hinsichtlich Kapitalismus. Und die Illusionisten haben in der BRD überhaupt das Sagen. Was aber tun die Kommunisten, von denen ich auch einer bin? Wenn sie sagen, das haben wir ja immer gesagt, sagen sie mit Sicherheit etwas wenig Durchdachtes. Schon deshalb, weil die Arbeiterklasse nicht nur im Betrieb zu finden ist. Sie wird von der Politik insgesamt, einschließlich der Kommunalpolitik, berührt – und die Gewerkschaften scheuen sich bis jetzt, politisch zu werden, die Klasse zu einen.
Lieber auf Engels hören: »Es gibt in der Politik nur zwei entscheidende Mächte: die organisierte Staatsgewalt, die Armee, und die unorganisierte, elementare Gewalt der Volksmassen.« (MEW, 21, 431.) Und Lenin: »Derjenige riskiert am wenigsten, die Revolution zu verpassen, der eine das ganze Volk erfassende politische Agitation zum Eckpfeiler seines Programms, seiner Taktik und Organisationsarbeit macht ...« (LW, 5, 533)
Herbert Münchow