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Leserbrief zum Artikel Mord an Kim Jong Nam: Hanoi fordert Freiheit für Staatsbürgerin vom 14.03.2019:

Märchen aus dem Ticker

Ihr hättet besser daran getan, eine Meldung über den CIA-Überfall auf die DVRK-Botschaft in Madrid am 22. Februar 2019 zu bringen, als das dumme Zeug von dpa unhinterfragt nachzudrucken. Vor allem stört der Satz: »Tatsächlich handelte es sich um ein Nervengift.« In der Tat behaupten die malaysischen Behörden, dass es sich um VX gehandelt habe. Mein Vater ist Hptm. d. R. der Chemischen Dienste. Aus diesem Grunde ist mir VX seit über dreißig Jahren ein Begriff. Zwei Milligramm VX auf den Kubikmeter Atemluft sind innerhalb von zwei Minuten tödlich. Die beiden Frauen sollen nun Kim Jong Nam VX »ins Gesicht« gedrückt haben. Der ist daraufhin, statt zu sterben und mit ihm der halbe Flughafen inklusive der »Täterinnen«, zur Flughafenpolizei gegangen, um die Sache anzuzeigen. Die haben ihn dann zur ärztlichen Untersuchung zum Med-Punkt geschickt. Dort angekommen, sei ihm schlecht geworden (jetzt erst), dann habe man ihn ins Krankenhaus gebracht, und auf diesem Wege sei er gestorben. So etwas nennt man im Deutschen ein Märchen, weil darin übernatürliche Dinge vorkommen, die den Naturgesetzen widersprechen. Die Verwicklung der DVRK wird daran festgemacht, dass vier Nordkoreaner zu der Zeit auf dem Flughafen von Kuala Lumpur waren, die unmittelbar nach der Tat per Flugzeug nach Korea geflüchtet seien. Da es bei Euch zu so was offenbar einen Kommentar benötigt: Was soll man denn sonst auf einem Flughafen machen, als in ein Flugzeug zu steigen? Man hält sich nicht extra drei Tage an einem Flughafen auf, nur weil jemand einen Herzinfarkt erleidet. Die Bilder der Überwachungskameras habe ich in einem Dokumentarfilm des Feindes über diese Sache auch gesehen. Der Feind hat dicke rote Kreise um irgendwelche Schatten gezeichnet und behauptet, dies und das seien Kim Jong Nam, die Indonesierin, die Vietnamesin, nordkoreanische Geheimagenten usw. Es hätte natürlich auch Angela Merkel oder der Hausmeister der Torstraße 6 gewesen sein können. (...)
Witold Fischer
Veröffentlicht in der jungen Welt am 15.03.2019.