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Leserbrief zum Artikel Antifaschismus: ¡No Pasarán! vom 12.03.2019:

Keinen Fußbreit!

Rechte Gruppierungen mobilisieren ungeniert und mit Druck auf allen Ebenen, wie jüngst im Fußballstadion des CFC. Sie nutzen in einer unverschämten Art und Weise den Tod eines der Ihren für ein provokatives »Gedenken« im öffentlichen Raum und viele, viel zu viele, schauen zu. Nein, nicht nur das, sie schweigen, tolerieren und verharmlosen das Ganze noch. Voran Verantwortliche und Spieler des CFC. Kein Aufschrei, keine Konsequenzen – das »Gedenken« findet statt. Auch die Polizei sieht keinen Anlass zum Einschreiten, obwohl faschistische Provokationen von Neonazis weder durch die Verfassung und auch nicht durch das Versammlungsrecht gedeckt sind. Haben Verantwortliche aus den zurückliegenden traurigen und erschütternder Chemnitzer Ereignissen nichts gelernt? Nun ist die Rede von Erpressung durch die vermeintlichen rechten Fußballfans, und man wollte das Spiel nicht gefährden. Ein Spiel nicht gefährden, wenn es in der demokratischen Stadtgesellschaft politisch brennt, wenn stadtbekannte Neonazis sich öffentlich präsentieren können? Wird nunmehr Demokratie erpressbar? Wie ist es mit der vom Bundespräsidenten geforderten wehrhaften Demokratie in Chemnitz bestellt? Den zaghaften öffentlich laut wertenden Protesten folgte durch den CFC eine Anzeige gegen Unbekannt. Verspätete Imagepflege, da Chemnitz wieder bundesweit in unsägliche Schlagzeilen geraten ist. Den Sponsoren, die mit ihrem Rückzug Konsequenzen ziehen, sei für ihre unmissverständliche Stellungnahme gedankt. Keinen Fußbreit Raum für neonazistische Auftritte und Aktivitäten!
Raimon Brete, Chemnitz
Veröffentlicht in der jungen Welt am 15.03.2019.