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Leserbrief zum Artikel ALG I: SPD fordert längeren Bezug vom 19.01.2019:

Unternehmer entziehen sich der Verantwortung

Warum eigentlich nur Diskussion um mehr oder weniger Alg 1 in Abhängigkeit von den Jahren einer Tätigkeit ? Der erste und grundsätzliche Anspruch auf eine angemessene Sozialleistung bei Arbeitslosigkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass diese kapitalistische Marktwirtschaft die Arbeitslosigkeit hervorbringt. Eine Feilscherei um Jahre der Einzahlung und Tätigkeitsjahre erweckt von Anfang an bereits wieder den Verdacht der individuellen Schuld an Arbeitslosigkeit. Es handelt sich aber um ein gesellschaftliches Problem, und individuelle Schuld ist nur die unbedeutende Randerscheinung, die selbst wieder wesentlich gesellschaftlich bedingt ist. Die Dauer von einem bzw. zwei Jahren Bezug ist zumeist ebenso nicht ausreichend. Die Dauer des Bezuges kann und muss vor allem von Sozialstaat und Unternehmern in angemessenem Rahmen gehalten werden, durch wirkliche Förderung und Hilfe für Betroffene und nicht durch deren Verwaltung, Reglementierung und Sanktionierung, nicht durch zwingende Zuweisung jeder Arbeit für jeden. Es geht um Menschen und nicht um Sachen! Es ist keine Gnade, kein Geschenk an Unwillige, es ist gerechter Anspruch in ansprechender Höhe zur Befriedigung durchschnittlicher Bedürfnisse jedes Betroffenen in diesem Lande. Es ist genau betrachtet eine Leistung, der sich das Unternehmertum in hohem Maße entzieht, es dem Steuerzahler überträgt und selbst nur einen Bruchteil dessen übernimmt, was es selbst verursacht, während es die Profite in voller Höhe für sich beansprucht.
Roland Winkler, Aue