Gegründet 1947 Montag, 17. Juni 2019, Nr. 137
Die junge Welt wird von 2198 GenossInnen herausgegeben

Leserbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bitte beachten Sie, dass Leserbriefe keine redaktionelle Meinungsäußerung darstellen. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zur Veröffentlichung auszuwählen und zu kürzen. Leserbriefe sollten eine Länge von 2.500 Zeichen (etwa 390 Wörter) nicht überschreiten. Kürzere Briefe haben größere Chancen, veröffentlicht zu werden. Bitte achten Sie auch darauf, dass sich Leserbriefe mit konkreten Inhalten der Zeitung auseinandersetzen sollten. Ein Hinweis auf den Anlass Ihres Briefes sollte am Anfang vermerkt sein (Schlagzeile und Erscheinungsdatum des betreffenden Artikels bzw. Interviews). Online finden Sie unter jedem Artikel einen Link »Leserbrief schreiben«.

Einsendungen bitte an: leserbriefe@jungewelt.de

Nur Leserbriefe, die an diese Mailadresse geschickt werden, werden von uns berücksichtigt!

Per Post: junge Welt, Torstr. 6, 10119 Berlin, Kennwort: Leserbriefe

 

Leserbrief zum Artikel Russlands Armee vom 23.02.2018:

Vergleich der Streitkräfte

Der Autor (…) stellt sich (…) eine gewaltige Aufgabe (…). Das russische Verteidigungspotential ist im letzten Jahrzehnt beachtlich gewachsen. Davon zeugt z. B. ein Artikel, der im Internet auf russisch abzurufen ist: pikabu.ru/story/sravnenie_armiy_rossii_i_ssha_4243402. Dessen Autoren schätzen ein, dass dieses Potential ausreiche, das Land zuverlässig zu schützen bzw. potentielle Gegner letztlich zur Zurückhaltung zu veranlassen. Es ist geplant, diesen Schutz bis 2020 voll sicherstellen zu können. Maßstab dieser Bemühungen ist der Vergleich mit der stärksten Militärmacht, den USA. Die Mannschaftsstärke der russischen Streitkräfte wurde auf eine Million Soldaten erhöht. Zum Vergleich: Die US-Armee besitzt 1,4 Millionen Berufssoldaten und eine Mobilisierungsreserve von etwa 1,1–1,3 Millionen. Zur Bewaffnung der beiden Supermächte:
Bei modernsten Panzern besteht eine gewisse Parität. Insgesamt besteht bei den weiteren Panzerkräften verschiedener Modifikationen in Zahl und Bewaffnung eine 2,5fache Überlegenheit Russlands gegenüber den USA. Dabei ist der logistische Vorteil bei einem hoffentlich nicht erforderlichen Einsatz nicht zu unterschätzen. Die Artillerie: Bei einem Vergleich von Geschützen verschiedenster Kaliber und Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystemen besteht ein 3,4faches russisches Übergewicht. Technische Ausrüstung der Luftwaffe: Die Stärke der US-Luftwaffe wird als gewaltig eingeschätzt, gemessen an der Anzahl der Kampfflugzeuge, bei der sie den ersten Platz in der Welt belegt. Es gibt 144 strategische Bomber (66 »B-1«, 20 »B-2« und 58 »B-52«) in den regulären Teilen der U. S. Air Force (Stand 2011), 297 »A-10«-Kampfflugzeuge, 1.629 Kampfjets (»F-15«, »F-16«, »F-22«, »F-35«). Es ist erwähnenswert, dass die Vereinigten Staaten das einzige Land der Welt sind, das mit der »F-22 Raptor« einen Kampfjet der fünften Generation im Arsenal hat. Mit den 867 Kampfjets der Marine wird die Gesamtzahl der US-Kampfflugzeuge mit 2.937 angegeben. Die russische Luftwaffe verfügt über 80 strategische Bomber (»Tu-160«, 64 »Tu-95MS«, Langstrecken-»Tu-22M3x-Bomber, »Su-25«-Kampfflugzeuge, »Su-24M-« und »M2«-Frontbomber, »Su-34«). Weiter werden 953 Kampfjets (»MiG-29«, »MiG-31«, »Su-27«, »Su-30« und »Su-35C«) angegeben. Die Gesamtzahl der Kampfflugzeuge wird auf 1.614 geschätzt. Das heißt, im Vergleich dazu haben die USA in der Kampffliegerei etwa das Doppelte. Zur Zeit wird die russische Luftwaffe aktiv modernisiert und bewaffnet. Dazu gehören die »Su-35S«-Maschinen der fünften Generation. Hinzu kommt »PAK FA« (48 Stück geplant). Die »Su-27« wird auf die »Su-27SM3«-Version aufgerüstet und ist in in der Lage, alle Flugzeuge der vierten Generation zu bekämpfen. Die Abfangjäger »MiG-31« werden ebenfalls aufgerüstet. Die »R-37«-Rakete, die von »MiG-31BM«-Abfangjägern und »Su-27«-Kampfflugzeugen benutzt werden kann, hat eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Die »KS-172« wird entwickelt und soll eine Reichweite bis von bis zu 400 Kilometern haben. (Vergleichswaffen wie die Allzweckraketen »AIM-120S7« und »AIM-120D« erreichen 120 bzw. 180 Kilometer) Russische Verteidigungsinstanzen gehen davon aus, dass ein Angreifer anfangs gezwungen sein dürfte, Kämpfe um die Brückenköpfe und ihre weitere Expansion zu führen. Ohne Lufthoheit würden solche Operationen von vornherein scheitern. Dem Bericht des australischen Analysezentrums Air Power Australia entnahmen die Autoren des oben angeführten Berichts (…), dass die russische Luftverteidigung und ihre Radar- und Flugabwehrraketensysteme mit der »S-400 Triumf« und ihrer Reichweite von bis zu 400 Kilometern die Wirksamkeit des US-amerikanischen »Patriot«-Systems bei weitem übertreffen.
Dr. Werner Kosler
Veröffentlicht in der jungen Welt am 01.03.2018.