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Bremen: Bürgerschaft debattiert »Russenfriedhof«

Der sogenannte Russenfriedhof mit den sterblichen Überresten zahlreicher von den Nazis zur Arbeit in der Rüstungsindustrie gezwungener Zwangsarbeiter, darunter etlicher sowjetischer Kriegsgefangener, war am Dienstag Thema in der Kulturdeputation der Bremer Bürgerschaft. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) nahm Stellung zum Abschlussbericht der Landesarchäologie über die Grabungen auf dem Gelände. Alle Überreste sollen, so Bovenschulte, auf den Ehrenfriedhof in Bremen-Osterholz umgebettet werden, wo eine Gedenkstätte für die Toten errichtet werde. Das Gelände an der Reitbrake in Oslebshausen könne dann zur Bebauung durch den französischen Schienenfahrzeugkonzern Alstom freigegeben werden. Lediglich eine Gedenktafel würde dann an die Geschehnisse erinnern.

Diese Entscheidung kam nicht überraschend, sondern war durch die Erklärung der Landesarchäologin Uta Halle, dass die Grabungen beendet seien, vorbereitet worden. Zur völkerrechtlichen Absicherung der Umbettung habe es »in den letzten Tagen« Gespräche mit Vertretern des russischen und ukrainischen Konsulats gegeben, die ihre Zustimmung signalisiert hätten, so der Bürgermeister.

Claas Rohmeyer (CDU) forderte hierzu die Vorlage einer juristischen Expertise, da durch einfache Gespräche diese Fragen nicht geklärt werden könnten. Olaf Zimmer (Die Linke) unterstützte noch einmal die Forderung der Bürgerinitiative Oslebshausen und Umzu sowie des Bremer Friedensforums nach Einsetzung einer Expertenkommission aus Juristen, Historikern und Ethikern. Man brauche kein langwieriges »juristisches Oberseminar« mehr, konterte der Bürgermeister, der seine Absicht bekräftigte, den Beschluss zur Umbettung »zeitnah und nicht erst in einigen Monaten« im Senat abstimmen zu lassen.

Es sei unmöglich, die Suche jetzt abzubrechen und das Areal zur Bebauung freizugeben, erklärte Friedensforumssprecher Ekkehard Lentz im Anschluss an die Sitzung. Das Schicksal von rund 300 bislang nicht aufgefundenen Toten bliebe ungeklärt.

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