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Leserbrief zum Artikel USA Kriegsverbrechen: Freispruch für den Serienkiller vom 04.07.2019:

Rassisten feiern

Der 4. Juli symbolisiert für die meisten weißen US-Amerikaner den Tag der Befreiung von der britischen Krone. Wenn wir aber die indigenen US-Amerikaner fragen, haben diese Menschen eine ganz andere Beziehung zu dem 4th of July, sie sehen ihn als den Feiertag von Mördern und Landdieben (…). Diese Menschen haben gar nichts zu feiern, der 4. Juli symbolisiert für sie Völkermord und eine der größten organisierten Landenteignungen der Menschheitsgeschichte.
Und wenn wir dann die Afroamerikaner fragen, haben diese auch eine ganz andere Sicht auf den 4th of July, für sie symbolisiert dieser Feiertag jene Tage, als ihre Vorfahren auf den Feldern Virginias als Sklaven gehalten wurden, nachdem sie aus ihrer eigenen Heimat in Afrika entführt und dann in irgendwelchen Häfen der neuen Kolonie als menschliche Ware verkauft worden waren. Alle sogenannten Gründerväter der USA, Washington, Jefferson, Franklin usw., waren Sklavenhalter, Landdiebe oder Indianermörder. Super Anfang, Uncle Sam!
Und eigentlich hat sich nichts an diesem System geändert, die Präsidenten kamen und gingen, es ist das gleiche mit dem neuesten Bewohner von 1600 Pennsylvania Avenue NW, Washington, DC. Der jetzige POTUS Donald Trump ist nicht nur bekennender Rassist, wie man eindeutig an seinem menschenverachtenden Handeln gegenüber Tausenden aus dem Elend und Krieg fliehenden Menschen aus Zentralamerika und Mexiko sehen kann, er ist auch Schurke, weil er alle internationalen Rechte und Vereinbarungen bricht, siehe JCPOA mit Iran, das Pariser Klimaabkommen, Palästina, China, Kuba, Venezuela etc., die Liste ist zu lang, um alle gebrochenen Verträge hier aufzulisten.
Und um ganz sicherzustellen, dass auch alle xenophoben US-Amerikaner diese Nachricht aufnehmen, hat er am selben Tag den Kriegsverbrecher Edward Gallagher öffentlich unterstützt und dadurch seine Verbrechen ungesühnt gelassen. Womöglich, weil wieder Wahlen anstehen und sich Trump die Stimmen der GIs sichern will.
Donald Trump ist in Wirklichkeit ein Rattenfänger, dem schlecht bezahlte US-amerikanische Arbeiter in Michigan, Ohio und Illinois 2016 auf den Leim gingen.
Denselben Arbeitern geht es heute nicht viel besser, im Jahr 2019, drei Jahre sind ins Land gezogen, und die Zahl der Armen, Arbeitslosen und Obdachlosen hat zugenommen.
Im »reichsten Land« des Planeten gibt es 42 Millionen Foodstamp-Bezieher, Millionen von Obdachlosen, darunter viele Kinder, Millionen von Menschen ohne jeglichen Zugang zu Medizin, 2,2 Millionen Menschen sind eingesperrt in US-Gulags, privatisierten Knästen, und die meisten von ihnen sind wieder »People of Color«, also Indigene, Latinos und Afro-Amerikaner.
Was sollen diese Menschen zu feiern haben, Herr Trump? 
Claudio Coladangelo
Veröffentlicht in der jungen Welt am 24.07.2019.